Danke für die Antworten! Mittlerweile hat sich einiges getan und ich schreibe mal für die jenigen die es interessiert, was so in der Zwischenzeit passiert ist.
Wir haben jemand kommen lassen der sich mit der Steuerung auskennen und mich einweisen sollte. Der Herr hatte auch sehr breit gefächertes Wissen, aber leider keine speziellen Kenntnisse was diese Maschine bzw. den Softwarestand (von 1994) betrifft. Letztendlich konnte er nur feststellen, dass das Hauptprogamm %9 (steuert wohl grundlegende Funktionen der Maschine) aus irgendwelchen fehlerhaft geschrieben war. Dann hat er die Datenwiederhestellungsdiskette per Laptop ausgelesen und das Programm %9 so umgeschrieben wie es theoretisch aussehen müsste. Das hat dann zu einer gewissen Verbesserung im Umgang mit der Maschine geführt. Leider liefen die Zyklen trotzdem nicht und der Tag für die Einweisung war verstrichen, sodass ich mich dann wieder alleine mit der Materie befassen konnte.
Nachdem ich mit Hilfe der Progarmmieranleitung versucht habe den ein oder anderen Zyklus ablaufen zu lassen, erhärtete sich der Verdacht, dass auch die Unterprogramme zur Versorgung der Zyklen fehlerhaft auf der Maschine hinterlegt waren. Denn schon dass achsparallele Abspanen sah in der Praxis so aus, dass das Werkzeug (trotz korrekter Vermessung und Korrekturwerte) einmal im programmierten
Vorschub mitten ins Werkstück und auf gleichem Weg wieder hinaus gefahren ist. Ich hab mir dann ´nen Laptop besorgt und anhand der besagten Diskette den Soll- und Istzustand der Maschine verglichen und musste festellen, dass da alles durcheinander war. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Fachmann, habe ich dann sämtliche Unterprogamme von der Maschine geschmissen und anschließend neu bespielt. Das war garnicht so einfach, zumal ich noch den Speicher reorganisieren und den Datentransfer zwischen Maschine und dem externen, nachgerüsteten Diskettenlaufwerk (ohne Bedienungsanleitung..) herstellen musste. Letztendlich hat das aber alles irgendwie geklappt und seit dem kann ich vernünftig mit der Kiste arbeiten... :-) Hab mich tierisch gefreut und war extrem erleichtert, dass ich nicht mehr Schaden als Nutzen erzeugt hab. Allerdings frage ich mich warum der "Fachmann" das nicht bemerkt hat bzw. in der Lage war das hinzubekommen, wenn letztendlich ich als absoluter Anfänger das (in zugegebenermaßen 3 Tagen) geschaft habe.
Naja wie auch immer, ich hab jetzt weitesgehend begriffen wie das so funktionert und hab (bis jetzt...) ohne Crash ordentlich die Späne fliegen lassen. Mir macht das
Drehen auch richtig Spaß, dachte immer dass
Fräsen besser ist, aber es fetzt eigentlich beides. Gerade weil man ja durch den gut geschützten Arbeitsbereich und die Leistung der Maschine ordentlich Spänevolumen abheben kann ohne dass die Karre stehen bleibt oder man sich mit Spänen und Kühlung vollsaut! Das hat mich beim konventionellen Drehen immer angekotzt.
Mittlerweile hab ich auch erkannt dass die Zyklen wirklich nur der Arbeitserleichterung dienen und man sie zwar verketten und eigene Konturen programmieren kann, aber man kein Programm mit G- und M-Befehlen schreiben muss. Und die Spindel muss zumindest in der einen Betriebsebene, tatsächlich von Hand in Drehung bzw. Stillstand versetzt werden. Überhaupt wusste ich ja anfänglich garnicht dass man zwischen 2 Progarmmierebenen umschalten kann, was natürlich zu Verwirrungen führte...