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Graphitstaubabsaugung

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Beitrag 20.02.2011, 08:07 Uhr
 
 
wilson_666
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Hallo !

Ich arbeite an einem Fräszentrum mit Teilkapselung und Staubabsaugung. ( Nach oben hin offen !!! ).
Bei Graphitbearbeitung gehen alle Kollegen in Deckung. Der Staub wabert über die Abdeckung und durch die Halle.
Die Absaugung schafft den anfallenden Staub nicht richtig abzusaugen sprich ist zu klein ausgelegt.

Gibt es Vorschriften bezüglich Maschinenraumgrösse und Absaugleistung ???

Danke im voraus
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Beitrag 20.02.2011, 12:22 Uhr
 
 
gekufi
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Hallo

Ob es Vorschriften gibt, kann ich nicht genau sagen Aber da wir in Deutschland sind , kann man davon ausgehen, das da welche existieren. Wenigstens durch die allgemeinen Vorschriften zur Staubbelastung an Arbeitsplätzen (MAK-Werte) ist dies "in gewissen Grenzen" schon festgelegt. Dadurch ergeben sich schon Konsequenzen für eine wirksame Absaugung, alleine um schon diese Vorschriften einzuhalten. Andere Vorschriften können da allenfalls noch engere Grenzen ziehen.

Bezüglich eurer momentanen Situation. Evtl. versuchen, die offene Oberseite mindestens provisorisch möglichst weit zu verschließen. Bei solch große Öffnungen kann man teilweise fast jede Art von Absaugung als unwirksam betrachten. Man kann es dann auch sehen, wie der Staub an der drehenden Spindel nach oben wandert.
Die Absaugung möglichst nah an die Bearbeitungsstelle bringen und für einen hohen Volumenstrom sorgen. Bei geringerer Saugleistung ist teilweise eine "Tornadoabsaugung" recht hilfreich, da sie die Bearbeitungsstelle quasi in einem Luftwirbel einschließt und damit den Saugbereich relativ eingrenzt.

Bei unserer Röders (vollgekapselt) ist z.B. eine Absaugung mit über 5,5kw und einer relativ großen Filterfläche (um einen hohen Volumenstrom zu ermöglichen) installiert.
Wie ist die Absaugung momentan bei euch aufgebaut? Bei geringerer Saugleistung ist teilweise eine "Tornadoabsaugung" recht hilfreich, da sie die Bearbeitungsstelle quasi in einem Luftwirbel einschließt und damit den Saugbereich relativ eingrenzt.

Und noch einen Hinweis. Eine 100%ige Absaugung gibt es bei der Graphitbearbeitung meiner Meinung nach nicht. Das Zeug findet immer irgendeinen Weg nach draußen... wacko.gif

Gruß Gerd

Der Beitrag wurde von gekufi bearbeitet: 20.02.2011, 12:29 Uhr
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Beitrag 20.02.2011, 13:16 Uhr
 
 
Alleskleber
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Hallo Wilson ,

ein Vertreter von einem Graphithersteller hat mir erzählt, dass Graphit reiner Kohlenstoff sei und in der Lunge angeblich (?) nichts ausmachen würde.

Der Staub lagert sich bis zu den Büroräumen überall ab und richtet großen Schaden an. (z.B. deine Lungen, Glasmaßstäbe, Platinen ...)

Mein Vorschlag:
Dichte deine Maschine zuerst im Groben ab. Karton und Klebeband reicht da aus.
Schließe eine Ringler-Absaugung mit einem keramischen Dauer-Filter an.
Mit Druckluft wird automatisch alle 20 Sekunden mit einem kurzen Gegendruck der Filter auf Dauer saubergehalten.
Ich habe 10 Jahre damit gearbeitet und musste nie einen Filter wechseln.
Die Abluft bleibt dabei in der Werstatt.
In unserer Werkstatthalle wurden täglich große Mengen Graphit zerspant. Auf Regalbrettern, die jahrelang nicht gereinigt wurden gab es nur hellgraue Staubflusen.
Graphitstaub war keiner dabei. Die Sache funktioniert.

Die Absaugung schafft 8000 l Abluft pro Minute. In der Maschine entsteht ein Unterdruck und an den Stellen, wo die Maschine nicht dicht ist, strömt die Luft ständig nach innen.
Der Graphitstaub kann dadurch nicht nach aussen dringen.

Wenn man die Abluft noch zusätzlich ins Freie blasen würde, würde es aber schnell kalt werden.
8000 l/Minute sind 8 große Würfel mit je 1 m Kantenlänge beheizte Raumluft pro Minute. Eine schön beheizte Werkstatt mit 20°Celsius wäre nach 5 Minuten eiskalt.

Graphit ist eine feine Sache, aber an deiner Stelle würde ich ohne Staubschutz nicht arbeiten.

Viele Grüße
Alleskleber


TOP     Richtlinien bestätigt am: 30.04.2012 - 20:37 Antworten   Zitieren  
 
 
 
Beitrag 20.02.2011, 13:18 Uhr
 
 
wilson_666
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Bei uns führt die Absaugung durch zwei Öffnungen in den Maschineninneraum ( ca 40 Kubikmeter ).
An der einen ist ein flexibler Saugrüssel ( ca 20cm Durchmesser ), an der anderen ein Saugwinkel mit zirka 20 kleinen Öffnungen.
Da beide nicht genügend Saugleistung haben, um den gesamten Staub abzusaugen, füllt sich der Innenraum mit Staubentwicklung.
Oft müssen wir die Bearbeitung unterbrechen wegen zuviel Staubentwicklung.
Die beiden Saugöffnungen gehen in eine Filterkassettenbox mit Grobabscheider ( Rundbödensäcke ).
Mein Verdacht ist das die gesamte Absaugung nicht auf Maschinengrösse bzw Zeitspanvolumen ausgelegt ist.
Ausserdem nach Schruppbearbeitungen ist das Graphit überall zu finden. Schaltschränke, Bekranung usw geschweige denn auf den
Schleimhäuten usw. GESUND kann das nicht sein !!!!


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Beitrag 20.02.2011, 13:37 Uhr
 
 
gekufi
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Beiträge: 1.937
Hallo

Bei einem derart großen Maschineninnenraum (wenn die 40m³ stimmen) sollte man die Absaugung möglichst mitfahrend an der Spindel anbringen, um sie dort wirken zu lassen, wo der Staub entsteht. Abweichend nur, wenn die Graphitbearbeitung immer an den gleichen Stellen stattfindet. Und die Absaugöffnung mit den kleinen Löchern wird fast nichts bringen, da dort nicht genug durchgeht, die kleinen Löcher wirken da eher wie eine Luftbremse und im Extremfall gar wie eine geschlossene Fläche für den Staub!
Und das sich bei "Schruppbearbeitungen" der Graphit im Innenraum anlagert, kann sein. Denn gerade größere Partikel werden von der Absaugung nicht unbedingt erfasst, wenn diese nicht direkt an der Entstehungsstelle wirkt. Diese sind dann zum Absaugen einfach zu schwer und fallen runter.

Ansonsten die Tipps von Alleskleber beachten, dann sollte es schon besser gehen.
Unsere Absaugung von Kessler arbeitet auch so, inkl. dem Abblassen des Filters. Und die Achsführungen und Antriebe im Maschinengestell sind zusätzlich mittels leichtem Überdruck zusätzlich gegen eindringen von Staub geschützt.

Gruß Gerd
TOP     Richtlinien bestätigt am: 27.04.2012 - 17:39 Antworten   Zitieren  
 
 
 
Beitrag 20.02.2011, 14:51 Uhr
 
 
wilson_666
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ein Vertreter von einem Graphithersteller hat mir erzählt, dass Graphit reiner Kohlenstoff sei und in der Lunge angeblich (?) nichts ausmachen würde.

Ich meine auch das Graphit nicht Karzinombildend ( krebserregend )eingestuft ist. Allerdings werden die Hersteller sich sicherlich nicht in die
Karten schauen was dort alles drin ist. Wir haben z.B. auch Graphit mit höherem Kupferanteil.

Innenraum Maschine : 4x3 Meter + 1m x 3.5Meter in die Höhe ungefähr

Maschine ist eine Gantrymaschine mit Gabelkopf. Deshalb auch nach oben offen. Absaugung direkt am Kopf funktioniert also nicht.
Kapselung um die Maschine ist in Ordnung aber leider nicht nach oben gegeben . ( Bauartbedingt !)

Für mich ist wichtig, wieviel Luftfördermenge bzw Unterdruck die Anlage für meine Maschine ( Arbeitsraum ) erbringen muss.

Dichte deine Maschine zuerst im Groben ab. Karton und Klebeband reicht da aus.

Maschine ist dicht aber leider halt nach oben offen. Karton + Klebeband an einer explosionsgefährdeten Absaugung zu verbauen halte ich für
kontraproduktiv.


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Beitrag 20.02.2011, 15:27 Uhr
 
 
gekufi
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Beiträge: 1.937
Hallo

ZITAT
Ich meine auch das Graphit nicht Karzinombildend ( krebserregend )eingestuft ist. Allerdings werden die Hersteller sich sicherlich nicht in die Karten schauen was dort alles drin ist. Wir haben z.B. auch Graphit mit höherem Kupferanteil.

Mag das Graphit selbst nicht so schlimm sein. Aber Staub in der Lunge ist nie gut, egal ob er noch andere Sachen auslöst oder nicht. Und wenn noch Kupferanteile dabei sind...

ZITAT
Für mich ist wichtig, wie viel Luftfördermenge bzw. Unterdruck die Anlage für meine Maschine ( Arbeitsraum ) erbringen muss

Da Du die Maschine offensichtlich nicht abgedichtet bekommst, ist eh nichts mit richtigem Unterdruck. Der Volumenstrom sollte möglichst hoch sein und Idealerweise direkt an der Bearbeitungsstelle sein. Ist ja so nicht möglich.
Also möglichst nah ranbauen. Am besten um die Bearbeitungsstelle mit dem Graphit (je nach Bauteilgröße) eine Rahmen bauen (am besten Rund, mindestens aber runde "Ecken"), und die Absaugung tangential anschließen (evtl. an zwei gegenüberliegenden "Ecken"). Dadurch sollte sich ein Wirbel bilden, welcher den Staub schon mal in sich hält (lokale Begrenzung). Und ein nach unten zur Absaugung gerichteter Luftstrom, welcher den Staub mit zum Anschluss der Absaugung nach unten zieht (klassische Tornadoabsaugung). Und der Volumenstrom sollte wirklich möglichst hoch sein. In deinem Fall sollte die Absaugung schon bei "kleinen" Größen meiner Meinung nach mindestens 10kw oder mehr haben, um einen wirklichen Effekt zu bewirken. Denn es geht durch die offene Bauweise teilweise viel Leistung "verloren".
Was aber auch nur bis zu bestimmten Größen geht. Im Extremfall kommt ihr auch damit nicht weiter und wenn gar nichts anderes geht, muss man den Staub evtl. mit Wasser niederschlagen, was dann aber wieder ganz andere Probleme mit sich bringt (und nicht nur kleine Probleme!).

ZITAT
Karton + Klebeband an einer Explosionsgefährdeten Absaugung zu verbauen halte ich für kontraproduktiv.

Wenn die Absaugung nicht Ex-Geschützt ist, darf man damit im Normalfall eh keine Ex-Gefährdeten Stäube absaugen. Und wenn sie Ex-Geschützt sind, macht denen Pappe und Klebeband nichts aus.

Gruß Gerd
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Beitrag 20.02.2011, 18:27 Uhr
 
 
wilson_666
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Dann werde ich morgen versuchen den Saugwinkel mit den kleinen Trichtern abzubauen und durch einen zweiten grossen Saugrüssel zu ersetzten.
Damit dürfte wenigstens der Versuch einer " Diagonalsaugung" besser möglich sein. Bei grossen Elektroden ( grösser 1,5 m ) reicht das bestimmt nicht aus.
Ausserdem feuert der Staub ja bei Richtungswechseln der Maschine in alle Richtungen bzw über die Absaugenden hinaus und wabert an den Wänden hoch.

Ich hoffe aus den technischen Daten der Absaugung wenigstens ein bisschen schlau zu werden.
Absaugung wurde ja mal aufgestellt als noch mit 16mm Durchmessern geschruppt wurde. Heute bewegen wir uns ja da in ganz anderen Dimensionen.
Eventuell muss ich mich über die Arbeitssicherheit da schlau machen. Ist unbequem und kostet Energie aber was tut man nicht alles für die Gesundheit.
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Beitrag 20.02.2011, 19:11 Uhr
 
 
aufderarbeit
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Hallo

"Saugwinkel", ist der so aufgebaut, das evtl. entlang der Elektrode in einer Linie abgesaugt wird?
Wenn ja, dann wird sich bei eurer Größe durch ein Abbauen nicht unbedingt etwas bessern. Denn die Öffnung des Schlauches ist dann ja nur an einer Stelle, während sich die jetzigen Saugöffnungen über die Bearbeitungslänge verteilen würden. Und solange die Trichter im Moment groß genug sind, um den Volumenstrom nicht zu blockieren, wird es dann evtl. auch wieder schlimmer durch den Abbau.

Gruß Gerd
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Beitrag 21.02.2011, 10:37 Uhr
 
 
wilson_666
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Der Saugwinkel ist zirka 1,25m x 0,75 und oben mit 5cm ( Durchmesser ) Trichtern bestückt. In die Trichter kann man Blindstopfen
oder flexible Saugenden reinstecken. Wenn man alle bestückt kann man sehr nah am Werkstück saugen aber alles was über den
Winkel rüberfliegt sammelt sich dann im hinteren Bereich der Maschine.

Ich probiere heute mal mit den zwei grossen Saugrüsseln aus. Ist glaube ich effizienter als mit dem Saugwinkel.
Wobei ich immer noch glaube die komplette Absaugung ist zu klein ausgelegt wurden. Es entsteht kein richtiger
Luftdurchsatz bzw Unterdruck um den kompletten Arbeitsraum staubfrei zu halten.

Und dann ist die Karre ja auch noch nach oben offen.
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Beitrag 23.02.2011, 16:15 Uhr
 
 
WarFish
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Beiträge: 421
Hallo!

Ich sag mal das eure Absauganlage schlicht unterdimensioniert ist.

Ich hab heute dran gedacht und mal an unserer OPS 650 geguckt, die bei uns zu 95% zum Graphit fräsen eingesetzt wird.
Die hat einen Innenraum mit geschätzten 2m³ Volumen und die Absaugung schafft theoretisch 1300m³ die Stunde, das entspricht aufgerundet 22m³ die Minute.

Das ist ja anscheinend doch ein vielfaches dessen was dir bei 40m³ Kabinenvolumen zur Verfügung steht..

Gruß, Stefan..
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