Hallo Wuermchenbader,
nach meinen Werkstatterfahrungen ist Grafit gleich Grafit.
Jeder Hersteller schwört natürlich auf sein Grafit.
Grafit ist reiner Kohlenstoff.
Er unterscheidet sich in der Korngröße, den Porenanteil und das Verfahren, wie es verbacken wurde.
Grafit und Fräsen:
Ich habe 2 verschiedene Hersteller mit je 2 Sorten getestet.
Mit einem Kugelstirnfräser bin ich senkrecht in das Material eingetaucht und bin von innen nach aussen gefahren.
An der Spitze ist die
Schnittgeschwindigkeit gleich null. Bei allen 4 Proben gab es mit bloßem Auge keine sichtbaren Ausbrüche.
Erst bei stumpfen Werkzeugen werden die Ausbrüche sichtbar.
Grafit und Senkerodieren:
Ältere Senkerodiermaschinen hatten mit Grafit einen enormen Verschleiß.
Da hat sich in den letzten Jahren viel getan.
Ein Maschinenhersteller wirbt heutzutage sogar mit Null-Verschleiß.
Stimmt nicht ganz, aber die Ergebnisse sind trotzdem erstaunlich.
Nur noch die wesentlich teureren Feinkorn-Grafite und die damit maximal erreichbare
Oberflächengüte sind noch von Bedeutung.
Mit Standard-Grafit schafft man etwa VDI 22, was für die meisten Anwendungen vollkommen ausreicht.
Verschleiß hat nach meiner Ansicht weniger mit der Grafit-Sorte zu tun, sondern ist eine Schwäche der Maschine.
Grafit und Kupfer:
Nachteil von Grafit: Viele Standardformen aus Kupfer lassen sich nach dem
Erodieren mehrfach recyceln.
So werden größere, verschlissene Elektroden zu Kleineren umgearbeitet.
Dadurch ist Kupfer vom Materialpreis günstiger.
Grafit hat gegenüber Kupfer in den letzten Jahren deutlich zugelegt.
Gruß und einen schönen Tag !
Alleskleber