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Graphitsorten Verschleißwerte

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Beitrag 19.09.2010, 12:26 Uhr
 
 
wuermchenbader
Level 1 = CNC-Arena-Lehrling
*
  Gruppe: CNC-Arena-Mitglied
Mitglied seit: 10.04.2010
Beiträge: 9
Hallo,

kann mir mal jemand sagen wie sich verschiedene Graphite verhalten was den Verschleiß betrifft?
Es geht nicht darum das Feinkorngraphite weniger Verschleiß hat als Standartgraphit.
Ich möchte gerne mal wissen ob es jemand gibt der Graphitsorten verschiedener Hersteller gegeneinander getestet hat.
Gibt es Graphitsorten die in ihrer Preisklasse durch Verschleißfestigkeit hervorstechen.
Oder gibt es im Internet irgendwo Infos dazu?
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Beitrag 20.09.2010, 11:02 Uhr
 
 
Alleskleber
Level 2 = CNC-Arena-Facharbeiter
**
  Gruppe: CNC-Arena-Mitglied
Mitglied seit: 03.11.2009
Beiträge: 63

Hallo Wuermchenbader,

nach meinen Werkstatterfahrungen ist Grafit gleich Grafit.
Jeder Hersteller schwört natürlich auf sein Grafit.
Grafit ist reiner Kohlenstoff.
Er unterscheidet sich in der Korngröße, den Porenanteil und das Verfahren, wie es verbacken wurde.


Grafit und Fräsen:
Ich habe 2 verschiedene Hersteller mit je 2 Sorten getestet.
Mit einem Kugelstirnfräser bin ich senkrecht in das Material eingetaucht und bin von innen nach aussen gefahren.
An der Spitze ist die Schnittgeschwindigkeit gleich null. Bei allen 4 Proben gab es mit bloßem Auge keine sichtbaren Ausbrüche.
Erst bei stumpfen Werkzeugen werden die Ausbrüche sichtbar.


Grafit und Senkerodieren:
Ältere Senkerodiermaschinen hatten mit Grafit einen enormen Verschleiß.
Da hat sich in den letzten Jahren viel getan.
Ein Maschinenhersteller wirbt heutzutage sogar mit Null-Verschleiß.
Stimmt nicht ganz, aber die Ergebnisse sind trotzdem erstaunlich.
Nur noch die wesentlich teureren Feinkorn-Grafite und die damit maximal erreichbare Oberflächengüte sind noch von Bedeutung.
Mit Standard-Grafit schafft man etwa VDI 22, was für die meisten Anwendungen vollkommen ausreicht.
Verschleiß hat nach meiner Ansicht weniger mit der Grafit-Sorte zu tun, sondern ist eine Schwäche der Maschine.


Grafit und Kupfer:
Nachteil von Grafit: Viele Standardformen aus Kupfer lassen sich nach dem Erodieren mehrfach recyceln.
So werden größere, verschlissene Elektroden zu Kleineren umgearbeitet.
Dadurch ist Kupfer vom Materialpreis günstiger.
Grafit hat gegenüber Kupfer in den letzten Jahren deutlich zugelegt.

Gruß und einen schönen Tag !
Alleskleber



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Beitrag 20.09.2010, 11:54 Uhr
 
 
oldmartin
Level 5 = CNC-Arena-Ingenieur
*****
  Gruppe: CNC-Arena-Mitglied
Mitglied seit: 03.10.2004
Beiträge: 786
Ich kann mich da meinem Vorschreiber nur anschließen !
Das Maß der Dinge beim Verschleiß ist die Erodiermaschine .
Und wir haben nicht nur einen Hersteller getestet ....
Erstaunlich war das z.b. Makino , welche im Amiland und Zuhause seid Ewigkeiten mit Graphit schmelzen hier bei uns nicht mal eine Technologie auf den Maschinen hatten !
Erst massive "Drohungen" mit anderen Maschinenherstellern konnten die dazu überreden uns entsprechende Werte auf die Maschinen zu spielen ....

Jedenfalls kommen wir seit über 5 Jahren seeeehr gut auch ohne Cu aus :-)

Schon allein die Zerspanbarkeit von dem schwarzen Zeugs lässt keine Wünsche offen .
Ich sag nur : Wunderwaffe

Gruß
Oldmartin
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Beitrag 20.09.2010, 20:48 Uhr
 
 
wuermchenbader
Level 1 = CNC-Arena-Lehrling
*
  Gruppe: CNC-Arena-Mitglied
Mitglied seit: 10.04.2010
Beiträge: 9
Hallo Alleskleber,

danke für die Info aber ich muß Dich leider entäuschen Grafit ist nicht gleich Grafit da gibt es gewaltige Unterschiede unter den Herstellern.
Und auch in den Produkten eines Herstellers gibt es deutliche Unterschiede seltsam ist auch manchmal das ein billigeres
grobkörnigeres Grafit weniger Verschleiß hat als ein teureres feinkörniges Grafit.
Ich habe in letzter Zeit verschiedene Produkte getestet unter den gleichen Bedingungen und erstaunliche Unterschiede bemerkt.
Man kann nämlich nicht nach den Datenblättern der Hersteller gehen da gibt es teilweise Fälle das ein teures Feinkorngrafit den
doppelten Verschleiß eines normalen Standartgrafits hat.
Auf unser Eagle haben wir sowieso fast kein Elektrodenverschleiß aber wenn man mal ein anderes Produkt testet was eigentlich die gleichen
Werte hat wie Korngröße und Dichte da erlebt man immer mal wieder eine Überraschung.
Am wichtigsten ist, das man immer gleichbleibende Qualität bekommt und nicht heute mal von hier und morgen mal von dort dann kommt man
nämlich durcheinander.
Und danach ist auch sehr wichtig das Grafit sich gut fräsen lässt .
Denn ein hartes Grafit verschlingt unheimlich viele teure Fräser auf der HSC Maschine.
Gibt es noch jemanden der auf seiner Erodiermaschine mal verschiedene Grafite gegeneinander getestet hat?
Ich bin für alle Infos dankbar.
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Beitrag 23.09.2010, 10:40 Uhr
 
 
pinocio22
Level 4 = CNC-Arena-Meister
****
  Gruppe: CNC-Arena-Mitglied
Mitglied seit: 11.10.2005
Beiträge: 373
Hat man eine HSC die rein nur für Graphit und nicht auch mal für Kupfer oder Hartbearbeitung dienen muss würde ich auch mehr Graphit Elektroden fräsen. Aber die Putzerei einer weiß/beigen Röders nach Graphit bearbeitung ist im warsten Sinne des Wortes immer wieder zum ko...en!

Da wir überwiegend nur klein Mist Elektroden fräsen so auf 15er und 25er Vierkant Elektroden rechnet es sich im Beispiel von uns nur kaum auf Graphit zu gehen. Wenn ich mal wieder größere Sachen habe dann geh ich sicher noch ab und zu auf Graphit was aber vielleicht gerade noch 2mal im Jahr vor kommt.
Auch ist der Fräserpreis der gut das doppelte von normalen HM Werkzeugen kostet auch ein kleiner Grund das wir lieber bei Cu bleiben.

Und nun zum Hauptgrund: da wir die Fertigung im Haus haben, haben wir auch die Reparaturen in unserem Formenbau. Und beim Kupfer sieht der Erodierer einfach etwas besser wenn er anfunkt und nicht mehr weiter auslenken sollte als mit dem Schwarzen Teufelszeug.

Zum fräsen ist es wirklich prima das Graphit aber zum Handeln gefällt mir Kupfer besser. Der Nase und den Händen sei dank.

Bsp.: aus einer großen Graphitplatte kleinere Klötzlies an der Bandsäge herunter sägen und danach mal in ein weißes Tempo schneuzen. Ein sehr sehr schöner Anblick...

Und mit den richtigen Fräsern für Kupfer kann man mit Kupfer auch wundervolle komplexe Elektroden fräsen. Nur eben etwas langsamer ist klar. Große Elektroden klarer Vorteil Graphit! Bei kleinen wäre ich mir nicht mehr so sicher!
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Beitrag 19.10.2010, 16:04 Uhr
 
 
wuermchenbader
Level 1 = CNC-Arena-Lehrling
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  Gruppe: CNC-Arena-Mitglied
Mitglied seit: 10.04.2010
Beiträge: 9
Danke für die Antworten,

aber meine Frage ist immer noch der Unterschied in den Graphitsorten.
Ich will Graphitelektroden verwenden und keine Kupferelektroden.
Die Vor- und Nachteile von Kupferelektroden kenne ich zu genüge und das gleiche gilt für Graphitelektroden.
Hat jemand Erfahrung mit Tokai Graphiten HK 2 oder HK 15 diese Graphite werden auch als CSI 60 und CSI 50 verkauft oder als Technograph Graphite.
Wie schneidet das billigere HK15 zu HK2 was den Elektrodenverschleiß betrifft ab.
Oder das gleiche Graphit Technograph 20 zu Technograph 15.

Über Antworten von Anwendern der obengenannten Graphitsorten wäre ich sehr dankbar.
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