zu 1)
Keine Ahnung, ich hab eh kein Esprit. :-)
Meine Bediener juckt es herzlich wenig unter welchen krummen Winkeln ich arbeite, die Maschine muss kollisionsfrei die Ebenen wechseln, das ist wichtig. Und das auch egal wo sie das Werkstück aufgebaut haben!
Die Eingrifftiefen der einzelnen Werkzeuge ist ganz einfach gelöst, wenn unter Info nichts steht, dann hat das Werkzeug seine normale Ausspannlänge / Kraglänge.
Wie tief es tatsächlich in das Werkstück eintaucht lese ich ganz einfach an der max. Tiefe ab (in Relation zur schiefen Ebene), mein Nullpunkt (meine schiefe Ebene) liegt immer ganz oben drauf.
Z.B. kommt es durchaus vor das ein Gewindebohrer M8 im Einrichtblatt mit Z-100 aufgelistet wird, d.h. der Bediener baut ihn dann mit Verlängerung ein und er weiß das ich ihn an einer tiefer liegenden Stelle benutze. Tatsächlich fährt er jedoch nur 20mm (Standardbohrtiefe) ins Material.
BTW, ich hab hier SurfCAM 2003 vor der Nase, das Einrichtblatt erzeuge ich jedoch mit Excel aus einem von SurfCAM generiertem Datensatz. Das "SurfCAM-Einrichtblatt" ist für die Tonne.
zu 2)
Theoretisch ja, praktisch nein. Eine
Simulation mit Kollisionsüberwachung prüft ob ein körper mit einem anderen kollidiert, nur wenn der eine Körper eine Werkzeugschneide und der andere das Material ist und die Geschwindigkeit <> Eilgang, dann gibt es keine Kollisionsmeldung.
Wenn Du nun wissen möchtest wann es eng wird, dann müsste die Simulation einen Volumenmodellierer haben der automatische auf alle Spannmittel/Materialien ein Offset erzeugt und diese Bereiche dann zusätzlich überwachen. Das können noch nicht mal CAD-Systeme einwandfrei in allen Lebenslagen, viel zu schwierig
Wer braucht das in der Praxis? Wenn der Bediener die Spannsituation 100% nachbaut, dann gibt es auch keine
Kollision. Falls doch hat der Programmierer gepennt.
Bei uns habe ich als Programmierer dafür zu sorgen das ich ausreichend Abstand zu den Spannmitteln halte, der Bediener hat dafür zu sorgen das er einigermaßen den Aufbau nachbildet den ich vorgebe.
Auch in welche Spannmittel er die Werkzeuge baut ist mir im Prinzip wurscht, es gilt die Regel so kurz und stabil wie möglich, die Tiefe auf dem Einrichtblatt muss erreicht werden können.
Wenn ich eine bestimmte Aufnahme brauche, damit ich nicht am Spanneisen hängen bleibe, dann muss ich es ins Einrichtblatt schreiben, ich sehe es ja auch schon vorher am Bildschirm wie eng es wird. Entsprechend habe ich die technologischen Daten anzupassen.
Wenn er das erste Teil fährt, dann fährt er mit der Hand am Eilgangsregler und kuckt in die Maschine. Wenn's eng wird hält er kurz an und kuckt auf den Monitor wie weit die Maschine noch will, dann schätz oder misst er mit einem Stahlmaß ob's passt.
Wenn die Maschine in den
Vorschub geht, dann dreht er den Regler langsam auf 100% und kuckt ob der Fräser/Bohrer es mitmacht.
Das funktioniert so gut, das die Bediener oft nur beim Anfahren des Werkzeugs kucken ob sie es richtig eingemessen haben und fahren dann volle Kanne. Da wird selbst mir als Programmierer manchmal mulmig wenn ich an der Maschine mal zukucke wie's läuft.
BTW, wir sind auch Sondermaschinenbauer und haben immer Losgrößen unter 10, oft auch nur 1 bis 2 Teile.
Andreas.